Ratgeber


Augen auf beim Herbstspaziergang

Augen auf beim Herbstspaziergang

Achtung! Giftige Beeren und Pilze
Die Sonne lacht, die glühende Sommerhitze ist vorüber und die Blätter an Bäumen und Sträuchern wechseln ihre Farbe: Für viele ist der Herbst die schönste Jahreszeit in der Natur. Doch ein Herbstspaziergang kann auch gefährlich werden. Wer dabei unbedacht von Beeren oder anderen Früchten nascht oder die falschen Pilze sammelt und verzehrt, handelt sich leicht eine Vergiftung ein. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, die gern alles in den Mund stecken. Lesen Sie in unserem Ratgeber, welche Früchte im Herbst giftig sind, wie sich Vergiftungen bemerkbar machen und was Sie im Verdachtsfall tun müssen.
  • Giftgefahr nach Sommerblüte

    Nach der sommerlichen Blüte reifen bei vielen Bäumen und Sträuchern die Samen und Beeren heran. Viele sind harmlos, manche aber hochgiftig. Vor allem Kleinkinder probieren die roten, blauen oder weißen Beeren gerne oder spielen mit den interessanten Hülsen. Doch in einigen der verlockenden Früchte stecken hochgiftige Substanzen wie Alkaloide, Cytisin oder Ricin. Folgende Beeren sind besonders gefährlich:

    • Tollkirsche. Die Tollkirsche bildet nach der Blüte schwarze, glänzende, kirschgroße Beeren, die gar nicht so unangenehm schmecken. Im Gegensatz zu Kirschen sitzen die Beeren an einem sehr kurzen Stiel, außerdem hat die Tollkirsche keinen Stein, sondern einzelne Samen. Für Kleinkinder ist der Verzehr von 3 bis 5, für Erwachsene von 10 bis 20 Tollkirschen lebensgefährlich. Ihr Giftcocktail besteht aus den Alkaloiden Hyoscyamin, Atropin und Scopolamin, typische Vergiftungszeichen sind
      • geweitete Pupillen (Mydriasis)
      • Mundtrockenheit
      • Überwärmung des Körpers (Hyperthermie)
      • Herzklopfen, Angst, Erregung, Halluzinationen.
      • Unbehandelt drohen Bewusstlosigkeit und Tod durch Atemstillstand.
    • Stechapfel und Bilsenkraut. Auch diese beiden Pflanzen tragen als Gift Alkaloide in sich, die Vergiftungszeichen sind die gleichen wie bei einer Tollkirschenvergiftung. Stechapfelvergiftungen erfolgen durch den Verzehr der Samen, die in einer stacheligen, kastanienartigen Kapsel sitzen und kleine Kinder zum Spielen und Probieren verführen. Auch beim Bilsenkraut ist der Samen der Giftträger. In der eiförmigen Frucht stecken etwa 200 schwarze, leicht mit Mohnsamen zu verwechselnde Samen, von denen schon 15 für Kinder tödlich sind.
    • Goldregen. Beim Goldregen ist die ganze Pflanze giftig. Für Kinder als Spielzeug besonders verlockend sind seine Hülsenfrüchte. Die darinsitzenden bohnenförmigen Samen enthalten das hoch giftige Cytisin, dass in den Nervenzellen wie Nikotin wirkt. Pro Hülse finden sich etwa 5 Samen, das Verschlucken von 15 bis 20 Samen ist für Kinder tödlich. Typische Vergiftungszeichen des Cytisins sind
      • Speichelfluss
      • Schweißausbruch
      • starkes Erbrechen
      • Kreislaufstörungen und Erregungszustände.
      • Unbehandelt droht Tod durch Krampfanfälle und Atemstillstand.
    • Gefleckter Schierling. Dieses hochgiftige Doldengewächs mit seinem Duft nach Mäuseurin ist eigentlich wenig appetitlich zum Verzehr. Trotzdem kommt es auch mit Geflecktem Schierling immer wieder zu Vergiftungen.50 bis 100 g der eiförmigen, bis zu 3,5 mm langen Früchte sind tödlich. Das Gift heißt Coniin, typische Vergiftungszeichen sind
      • Brennen im Mund, Speichelfluss
      • Erbrechen und Durchfall
      • Sehstörungen
      • aufsteigende Lähmung, beginnend an den Beinen über den Rumpf bis zu den Gesichtsmuskeln.
      • Unbehandelt droht Tod durch Lähmung der Atemmuskulatur bei vollem Bewusstsein.
    • Rizinus. Das Gift des Rizinus oder Wunderbaums ist das hoch toxische Ricin. Es steckt in Samen, die aussehen wie vollgesaugte Zecken. Für eine Vergiftung müssen die Samen gekaut werden, denn nur so wird das Gift aufgenommen. Da sie recht gut schmecken, verzehren Kinder leicht mehrere davon. Etwa 8 Samen reichen, um die tödliche Dosis aufzunehmen. Vergiftungserscheinungen sind
      • Bauchschmerzen
      • Durchfall
      • schmerzhafter Stuhl- und Harndrang.
      • Unbehandelt droht Tod durch Kreislaufkollaps und Nierenversagen.
    • Seidelbast. Beim Seidelbast sind in der Rinde Daphnetoxin und in den orangeroten Beeren das Gift Mezerin enthalten. Als tödliche Dosis gelten für Erwachsene 20, für Kinder etwa 10 Beeren. Die Vergiftung zeigt sich durch
      • Schwellung, Brennen und Blasenbildung im Mund
      • Schluckbeschwerden, Durstgefühl
      • Blasenbildung und Juckreiz, Hautnekrosen bei Aufnahme des Giftes über die Haut
      • Erbrechen, blutiger Durchfall
      • Verwirrtheit, Kreislaufstörungen.
      • Unbehandelt droht Tod durch Nierenversagen.
    • Eibe. Rinde, Nadeln und Samen der Eibe enthalten giftige Taxane. Der rote, beerenartige, den Samen umhüllende Samenmantel ist dagegen ungiftig. Taxane hemmen die Zellteilung (das Taxan Paclixatel wird deshalb therapeutisch als Krebsmedikamente bei Brust- und Eierstockkrebs eingesetzt). Vergiftungssymptome sind
      • Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall
      • erweiterte Pupillen
      • Schwindel
      • Herz-Kreislauf-Störungen, Schock.
      • Unbehandelt droht Tod durch Herzstillstand oder Atemstillstand.

    Tipp: Auf der Seite https://botanikus.de/informatives/beeren-und-fruechte-giftig-oder-ungiftig/ finden Sie Beeren und Früchte sortiert nach ihrer Farbe. So können Sie leicht bestimmen, mit welchen BeerenSie es in Ihrer Umgebung oder auf Ihren Spaziergängen zu tun haben und ob die Frucht giftig oder ungiftig ist.

    Eisenhut und Herbstzeitlose

    Nicht mit Beeren oder Samen, aber als gesamte Pflanze verlockend und tödlich giftig sind die beiden Herbstblüher Eisenhut und Herbstzeitlose.

    • Eisenhut. Diese früher auch Wolfswurz genannte Pflanze gilt als die giftigste Europas. Schon die bloße Berührung kann die Haut schädigen, vor allem Kinder sind gefährdet, wenn sie von der leuchtend blauen Pflanze Teile abpflücken und sich in den Mund stecken. Das Gift des Eisenhuts ist Aconitin, 2 bis 15 g der Wurzelknollen sind tödlich. Aconitin erhöht die Durchlässigkeit der Zellwände für Natrium und wirkt auf vielerlei Art auf das zentrale Nervensystem und das Herz. Typische Vergiftungserscheinungen sind
      • Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühl zunächst im Mund, an den Fingern und Zehen, später am ganzen Körper
      • starkes Kältegefühl, niedriger Blutdruck
      • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
      • sehr starke Schmerzen.
      • Unbehandelt droht Tod durch Schock, Atemlähmung oder Herzrhythmusstörung (Kammerflimmern).
    • Herbstzeitlose. An dieser hübschen rosafarbenen bis hellvioletten Pflanze ist alles giftig. Vor allem in ihren Samen und der Knolle findet sich das Gift Colchizin. Dieses ist ein Mitosehemmer, es hemmt also die Zellteilung und wird wie die oben genannten Taxane ebenfalls therapeutisch in der Krebstherapie eingesetzt. Die Vergiftungssymptome entwickeln sich schrittweise:
      • 1. Tag: Brennen in Mund und Rachen, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall.
      • Ab dem 2. Tag: Verwirrtheit, Atemnot, Blaufärbung von Fingerspitzen, Lippen oder Haut (Zyanose), Blutdruckabfall
      • Krampfanfälle, Koma.
      • Unbehandelt droht Tod durch Versagen von Lunge, Niere, Blutgerinnung und Kreislauf.

    So schützt man Kinder vor Beeren-Vergiftung

    Fast 90 % der kindlichen Vergiftungsunfälle betreffen Kinder unter 6 Jahren. Besonders gefährdet ist die Gruppe der Ein- bis Dreijährigen, die schon entwicklungspsychologisch „alles in den Mund stecken“. Doch wie kann man Kinder am Beeren-Naschen hindern? Experten haben folgende Tipps: • Kleinkinder nicht unbeaufsichtigt in der Natur spielen lassen.

    • Sich selbst ausführlich über die Giftgefahren in Garten und Natur informieren.
    • Kinder frühzeitig über die Giftigkeit von Pflanzen und Beeren aufklären.
    • Auf Verwechslungsgefahren aufmerksam machen: Z. B. zeigen, wie sich eine Tollkirsche von einer Kirsche unterscheidet (Stiel, Kern).
    • Niemals unbekannte Beeren sammeln lassen.
    • Den eigenen Garten auf giftige Pflanzen kontrollieren und diese entfernen.

    Pilzvergiftungen —eine Sache für große Genießer ….

    Schießen im Herbst die Pilze aus dem Boden, stehen in den Giftnotrufzentralen die Telefone nicht mehr still. Denn das Pilzesammeln wird immer beliebter, und neben den Spezialisten sind auch zunehmend unkundige Pilzfreunde in den Wäldern unterwegs. Die Folge: Durch Verwechslung von Giftpilzen mit verzehrbaren Schwammerln und Röhrlingen landen regelmäßig auch Knollenblätterpilz, Giftschirmling oder Ölbaumpilz im Kochtopf — und führen zu schweren Pilzvergiftungen.

    Knollenblätterpilz & Co. Am giftigsten sind Pilze mit den Giften Amanitin und anderen Amatoxinen, die zu tödlichem Leber- und Nierenversagen führen. Die gefährlichsten Vertreter sind der Grüne, der Weiße und der Spitzkegelige Knollenblätterpilz, die sehr leicht mit dem Grünen Täubling oder Champignons verwechselt werden. 10 g Pilz sind dabei schon tödlich, d.h. dass ein einziger Pilz in einer Pilzmahlzeit mehrere Personen töten kann. Die Vergiftungsbeschwerden sind trügerisch:

    • Nach 8 bis 12 (maximal 36 Stunden) kommt es zu wiederholtem Erbrechen und Durchfall.
    • Dann folgt eine kurze Phase der Besserung.
    • Doch schon am 2. Tag beginnt die irreversible Leberschädigung, einige Tage später die Nierenschädigung.

    Halluzinogene Giftpilze. Vergiftungen mit „Rauschpilzen“ erfolgen durch Verwechslung mit essbaren Pilzen oder absichtlich zur Herbeiführung eines Rauschzustands. Zum Glück sind die Vergiftungen meistens nicht tödlich, zu den bekanntesten Wirkstoffen gehören Ibotensäure, Pilzatropin (Muscimol), Psilocybin und Psilocin. Zu den beliebtesten Rauschpilzen zählen:

    • Pantherpilz. Er ruft wie der Rote und der Braune Fliegenpilz und der Narzissengelbe Wulstling das sog. Pantherina-Syndrom hervor. Ihre „Wirkungen“ bzw. Vergiftungsbeschwerden beginnen frühzeitig, etwa 15 bis 30 Minuten nach Einnahme und enden meist mit einem tiefen Schlaf. Es kommt typischerweise zu
      • Rauschzustand mit Halluzinationen
      • weiten Pupillen
      • Herzklopfen, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Gangstörungen
      • selten zu tödlichen Krampfanfällen, Tobsuchtsanfällen oder Ersticken an Erbrochenem.
    • Kahlköpfe, Düngerlinge und Glockenschüpplinge. Die Inhaltsstoffe Psilocybin und Psilocin setzen im Gehirn die wichtige Filterung von Sinneswahrnehmungen herab. Etwa 20 Minuten nach Aufnahme lösen sie für 5 bis 6 Stunden folgende Symptome aus:
      • Halluzinationen
      • verändertes Körperempfinden
      • verändertes Raum- und Zeitgefühl
      • Angst, Depression, Verwirrtheit bei zu hohen Dosen
      • weite Pupillen, Herzklopfen und Bluthochdruck.

    Weniger giftige Pilze wie der Satanspilz oder der Riesen-Rötling verursachen vor allem Magen-Darm-Beschwerden . Gefährlich ist der große Flüssigkeitsverlust durch Erbrechen und Durchfall, also die Dehydratation (Austrocknung).

    Wenn Pilz und Alkohol sich nicht vertragen …

    Tintlinge und der Netzstielige Hexenröhrling tragen wiederum das Pilzgift Coprin in sich. Es wird durch Kochen in seine Wirkform umgebaut, die dann in der Leber das Enzym Acetaldehyddehydrogenase hemmt. Weil dieses Enzym zum Abbau von Alkohol benötigt wird, kommt es im Zusammenhang mit Alkoholkonsum zu Vergiftungserscheinungen. Dabei muss der Alkohol gar nicht gleichzeitig getrunken werden. Der Genuss von Wein & Co. kann noch bis zu 5 Tage nach der Pilzmahlzeit zu dem sogenannten Coprinus-Syndrom mit folgenden Beschwerden führen:

    • Flush, Schweißausbruch
    • Schwäche, Verwirrung
    • Gefühl der Schwellung von Gesicht und Händen
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Herzrasen, Atemnot, Pelzigkeit von Armen und Beinen.

    Pilzvergiftung ohne Giftpilz

    Pilze können auch ganz ohne Gift sehr schädlich für den Menschen sein. So kommt es z. B. beim Verzehr von verdorbenen oder ungenügend gegarten Pilzen zu Magen-Darm-Beschwerden. Manche Menschen haben auch eine individuelle Pilz-Unverträglichkeit oder Allergien, die vergiftungsähnliche Beschwerden auslösen.

    Hinweis: Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie stellt eine Liste von Pilzen mit uneinheitlich beurteiltem Speisewert zur Verfügung (www.dgfm-ev.de). Hier finden Sie Pilze, bei denen regelmäßig Unverträglichkeiten auftreten und die nur mit Einschränkung als Speisepilz gelten.

    Was tun bei Pilzvergiftung?

    • Achtsam sein für Beschwerden. Falls nach einer Pilzmahlzeit (auch viele Stunden später noch!) körperliche Beschwerden auftreten, diese ernst nehmen.
    • Arzt oder Giftzentrale kontaktieren! Je nach Ausmaß der Beschwerden den Hausarzt oder gleich das Krankenhaus aufsuchen. Bei großen Entfernungen oder starken Beschwerden den Notarzt alarmieren!
    • Pilze sicherstellen. Pilzreste und Erbrochenes sicherstellen und ins Krankenhaus mitnehmen, damit die Identifikation von Pilzen und Gift möglich ist.
    • Keine Selbsthilfe: Kein Erbrechen auslösen, ob mit Finger oder Salzwasser, keine Milch trinken!

    Quellen: Dr. Antje Jelinek, DAZ 2018, Nr. 38, S. 28, www.kindersicherheit.de


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Wolken, Sonnenhut oder Creme

Wolken, Sonnenhut oder Creme

Was schützt am besten vor der Sonne?
Dass zu viel Sonne Hautkrebs verursacht, ist inzwischen wohl jedermann bekannt. Zu sommerlichen Sonnenfreuden — egal ob im Schwimmbad, beim Wandern oder beim Sonnenbad auf dem Balkon — gehört deshalb immer ein ausreichender Sonnenschutz. Lesen Sie in unserem Ratgeber, wie Sie die Intensität von UV-Strahlen besser beurteilen können, welche Textilien schützen, was Sie in puncto Lichtschutzfaktor beachten müssen und was vom Sonnenschutz von innen zu halten ist.
  • Sonnenlicht und Haut

    Sonnenstrahlen haben es in sich: Etwa die Hälfte des Strahlenbündels ist sichtbares Licht, 44% davon sind Wärme und ungefähr 4% bestehen aus ultravioletten Strahlen (UV-Strahlen). Schädliches Potenzial für die menschliche Haut haben vor allem das langwellige UV-A-Licht und das kurzwelliges UV-B-Licht , diskutiert wird zudem der Einfluss von Infrarotstrahlung und hochenergetischem Licht im Bereich von 400 bis 780 nm.

    Dringen UV-Strahlen in die Zellkerne der Hautzellen vor, lösen sie dort spezifische Veränderungen (Mutationen) an der Erbsubstanz, der DNA, aus. Die langfristigen Folgen dieser Erbgutveränderungen sind eine beschleunigte Hautalterung sowie die Bildung von Krebsvorstufen (Präkanzerosen) und Hautkrebs (Malignes Melanom, Basaliom).

    In geringen Maßen kann sich die Haut selbst vor der schädlichen Strahlung schützen. So ist der Kontakt mit UV-Strahlen Auslöser dafür, dass sich den oberen Hautschichten Zellen vermehren und eine Lichtschwiele entsteht - die Haut wird also dicker und unempfindlicher. Dringen die UV-Strahlen in tiefere Hautschichten ein, bildet sich dort vermehrt das Pigment Melanin. Das dunkle Melanin legt sich wie ein Schutzschild über den Zellkern und fängt UV-Strahlung ab. In der Folge erreichen weniger schädigende UV-Strahlen das Erbgut der Hautzellen, als Nebeneffekt wird die Haut gebräunt.

    Diese natürlichen Schutzmechanismen sind die Grundlage für die „Eigenschutzzeit“. Abhängig von Hauttyp und Intensität der UV-Strahlung gibt sie an, wie lange man sich ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen in der Sonne aufhalten kann (in der Regel zwischen 5 Minuten beim hellsten Hauttyp und 60 Minuten beim Hauttyp 5). Wie man sieht, ist der Eigenschutz bei heller Haut sehr schnell überfordert. Um länger die Sonne genießen zu können, benötigen vor allem hellhäutige Menschen einen ausreichenden Lichtschutz.

    Hinweis: Hautkrebs entsteht durch Veranlagung, aber auch durch äußere Ursachen, die sich beeinflussen lassen. Als bedeutsamster Risikofaktor gilt das UV-Licht, daneben erhöht aber auch das Rauchen das Hautkrebsrisiko.

    Lichtschutz muss sein

    Strenggenommen ist Sonnenschutz ganz einfach: So soll starke Sonneneinstrahlung, wann immer möglich, gemieden werden. Zum Glück für Outdoorfreunde und Sonnenanbeter gibt es aber noch weitere Möglichkeiten, sich vor den Schädigungen durch UV-Licht zu schützen. In einer Rangfolge nach Nutzen geordnet sind dies:

    • Sonnenexposition und UV-Strahlung beurteilen und sich danach verhalten
    • textilen Lichtschutz tragen
    • Sonnenschutzpräparate verwenden.

    Hinweis: Viele Menschen setzten sich lange ungeschützt der Sonne aus, weil sie glauben, so einem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen. Dabei genügen schon täglich 10 Minuten Sonne auf der Haut, um die Vitamin-D-Bildung anzukurbeln. Das restliche Sonnenbad sollte zum Schutz vor Hautkrebs mit ausreichend Lichtschutz verbracht werden.

    Strahlengefahr einschätzen

    Bei der Entscheidung welcher und wie viel Lichtschutz erforderlich ist, helfen zur Beurteilung der UV-Intensität schon ein paar einfache Tipps:

    • Um die Mittagszeit ist die UV-Strahlung am intensivsten, da sie senkrecht vom Himmel kommt und ihre Wegstrecke durch die strahlenabsorbierende Atmosphäre bis zur Erdoberfläche am kürzesten ist.
    • Wolken schützen nicht vor UV-Strahlung, ein Großteil des UV-Lichts passiert die Wolkenschicht.
    • Für Aufenthalte im Gebirge gilt: Pro 1000 Höhenmeter nimmt die Energie der UV-Strahlen um 15 bis 20% zu.
    • Ein Sonnenschirm allein reicht häufig nicht, da die UV-Strahlen nicht nur von oben kommen. So reflektiert Schnee etwa 100% der Strahlung, weißer Sand 80% und bewegtes Wasser etwa 50% der Strahlung.
    • Wasser schützt nicht vor UV-Strahlen: Etwa 50% der UV-B-Strahlen und 75% der UV-A-Strahlen dringen bis zu 1 m tief ins Wasser ein.

    Wer Genaueres zur aktuellen Strahlungsintensität wissen möchte, zieht den UV-Index (UV-I) zu Rate. Hierbei handelt es sich um einen wissenschaftlichen Wert, der Auskunft über die sonnenbrandwirksame Bestrahlungsstärke gibt. Dieser Wert wird mit Hilfe von Sonnenstand, Bewölkung, Ozonschicht und Höhenmeter berechnet und wie die Wetterdaten regelmäßig aktualisiert. Er umfasst eine Skala von 1 bis 11+. Jedem Skalenabschnitt sind bestimmte Vorkehrungsmaßnahmen zugeordnet. Beispielsweise erfordern UVI-Werte von 1–2 keinen UV-Schutz, ab einem UVI-Wert von 3 werden T-Shirt, Sonnenschutzmittel und Kopfbedeckung erforderlich und bei UVI-Werten über 8 ist es besser, mittags nicht nach draußen zu gehen. In Deutschland beträgt der UVI beispielsweise in den Monaten Mai bis August mittags um 13:00 Uhr etwa 5 bis 8, nähert sich damit also der hohen gesundheitlichen Gefährdung. Morgens um 10 Uhr und nachmittags um 16 Uhr beträgt er dagegen nur die Hälfte.

    Hinweis: Der UV-Index wird regelmäßig vom Deutschen Wetterdienst veröffentlicht und ist online unter www.uv-index.de zu finden.

    Lichtschutz einfach anziehen

    In der hautärztlichen Lichtschutz-Hitparade rangieren Kleidungsstücke und Hüte noch vor den Sonnencremes an dritter Stelle. Das liegt daran, dass mit geeigneten Textilien ein deutlich stärkerer Sonnenschutz erzielt werden kann. Der Lichtschutz durch T-Shirt & Co. hängt jedoch von vielen Faktoren ab. Je dichter der Stoff gewebt und je dunkler er ist, desto besser ist der UV-Schutz. Dazu kommt noch der Zustand des Gewebes: Ein helles Baumwoll-T-Shirt lässt etwa 10 bis 20% der UV-Strahlen durch. Ist es nass (z. B. nach dem Aufenthalt im Wasser), erhöht sich die Durchlässigkeit um 50% und mehr.

    Der UV-Schutz wird bei Textilien mit verschiedenen Normen gekennzeichnet, in Deutschland gibt es die Prüfmethode UV-Standard-801. Dabei wird die UV-Durchlässigkeit des Stoffs unter ungünstigsten Trage- bzw. Nutzungsbedingungen geprüft, z. B. bei Dehnung, Feuchtigkeit oder gealtertem Gewebe. Der danach ermittelte Schutzfaktor heißt UPF (Ultraviolett Protection Factor) und reicht von 10 bis 80. Er gibt an, um wieviel länger sich der Nutzer mit der UV-Schutzbekleidung in der Sonne aufhalten kann. Inzwischen gibt es zahlreiche Hersteller, die UV-Schutzkleidung für die verschiedensten Bereiche von Sport und Freizeit bis hin zu Arbeit anbieten.

    Hinweis: Noch wird die UV-Schutzwirkung nicht generell auf Kleidungsstücken angegeben. Einen Hinweis ibt das Halten des Kleidungsstücks gegen die Sonne: Je weniger Licht der Stoff durchlässt, desto größer ist der UV-Schutz.

    Sonnencreme — worauf muss man achten?

    Sonnenöle, -milch und -cremes werden seit Jahrzehnten als Schutz vor UV-Strahlung eingesetzt. Ihr Maß ist der Lichtschutzfaktor (LSF). Multipliziert mit der Eigenschutzzeit gibt er an, wie viele Minuten man nach dem Auftragen vor einem Sonnenbrand geschützt ist. Der niedrigste LSF ist 6, der höchste 50+.

    Ein Rechenbeispiel: Menschen mit Hauttyp 1 (sehr helle Haut, hellblonde Haare, blaue Augen, werden nicht braun in der Sonne) können ohne Lichtschutz etwa 5 Minuten in der Sonne bleiben. Mit einer Creme LSF 30 verlängert sich diese Zeit auf ca. 150 Minuten, also 2,5 Stunden. Nachcremen verlängert die Schutzzeit nicht, sorgt aber dafür, dass durch Schwitzen oder Abrieb auf das Badehandtuch verloren gegangene Creme ersetzt und der Lichtschutz aufrechterhalten wird.

    Der LSF macht allerdings nur eine Aussage über den Schutz vor UV-B-Strahlen. Ob ein UV-A-Schutzfaktor (genannt UV-A-PF) vorliegt, lässt sich an einem auf der Packung aufgedruckten Symbol erkennen. Dieses kreisförmige Siegel sagt aus, dass der UV-A-PF mindestens ein Drittel des LSF beträgt. Ein Präparat mit LSF 30 muss also einen UV-A-PF von mindestens 10 aufweisen.

    Doch ob LSF oder UV-A-PF, ein Lichtschutz kann nur wirken, wenn er richtig aufgetragen wird — und genau hier befindet sich die Achillesferse der Sonnencremes. Um ausreichend zu wirken, sind etwa 2 mg pro cm2 Haut aufzutragen. Ein 1,80 m großer, 80 kg schwerer Mann mit einer Körperoberfläche von 2 m2 braucht dementsprechend etwa 40 g Sonnenschutzmittel pro Anwendung. Das bedeutet, dass bei korrekter Verwendung ein Gebinde mit normaler Größe von 100 bis 200 ml nach 3 bis 5 Anwendungen leer ist. Feldversuche haben aber gezeigt, dass meist viel zu wenig Creme aufgetragen wird, um einen Schutz zu erzielen.

    Tipp: Nicht nur die Menge der Sonnencreme zählt. Viele Sonnenfreunde schmieren zwar Brust und Rücken eifrig ein, vergessen aber die „Sonnenterrassen“ ihres Körpers. Denken Sie deshalb beim Eincremen immer auch an Kopfhaut (bei Glatzenträgern), Stirn, Ohren, Nasenrücken, Schultern und Fußrücken.

    Sonnenschutz unter der Umwelt-Lupe

    In Zeiten des Umweltschutzes haben Sonnencremes jedoch ein Manko. Experten schätzen, dass jährlich tausende Tonnen Sonnenschutzmittel in den Weltmeeren landen. Doch viele chemische UV-Filter sind biologisch nicht abbaubar und schädigen die Natur, vor allem die Meere und ihre Bewohner. Manche Experten plädieren deshalb dafür, Sonnenschutzmittel mit physikalischen UV-Filtern wie beispielsweise Zinkoxid oder Titanoxid zu verwenden (Beispiele für solche mineralischen Sonnencremes sind die Sensitiv Sonnencreme von Lavera, die Edelweiss Sonnenmilch von Weleda oder die Mineralische Sonnenmilch von Avène). Diese Wirkstoffe sind biologisch abbaubar und sollen z. B. den Korallen nicht schaden. Allerdings landen durch Sonnencremes mit Titanoxid vermehrt Aluminium, Siliciumdioxid und Phosphor in den Küstengewässern, wie spanische Wissenschaftler herausgefunden haben. Welche Auswirkungen das auf das maritime Ökosystem hat ist allerdings noch unbekannt.

    Aktuell diskutieren Experten auch über die Auswirkungen chemischer UV-Filter auf den menschlichen Organismus. Vor allem die Frage, in wieweit die Wirkstoffe über die Haut in den Blutkreislauf gelangen, interessiert die Verbraucher. In der Europäischen Union müssen UV-Filter jedoch intensiv untersucht und geprüft werden. Laut Bundesamt für Risikobewertung „sind nach derzeitigem Wissenstand gesundheitliche Beeinträchtigungen bei den auf dem europäischen Markt erhältlichen Sonnenschutzmitteln nicht zu erwarten“.

    Hinweis: Um seine Korallenriffe zu schützen, hat der pazifische Inselstaat Palau seit 1.1.2020 Produkte mit Oxybenzon oder Octinoxat verboten. Weitere Inselstaaten wollen diesem Vorbild folgen, in Hawaii tritt ein entsprechendes Gesetz ab 1. Januar 2021 in Kraft.

    Sonnenschutz zum Schlucken?

    Wie schön wäre es, wenn Verhüllen oder Einschmieren gar nicht nötig wären und man den Sonnenschutz einfach schlucken könnte. Immerhin wurde schon eine ganze Reihe von Substanzen auf einen möglichen Lichtschutzeffekt von innen geprüft. Durchgefallen sind die Kandidaten Selen, Vitamin E und Lykopin. Bei Beta-Carotin ist die Sache nicht so einfach. In einigen Studien konnte ein gewisser Schutzeffekt nachgewiesen werden, allerdings nur bei sehr hohen Dosierungen. Da die normale Versorgung der Bundesbürger mit Beta-Carotin aber ohnehin schon sehr hoch ist, wird eine weitere Einnahme nicht empfohlen.

    Quellen: Renz Mang u.a., hautnah dermatologie,  www.uv-index.de, www.euromelanoma.de


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Fieber bei Babys und Kleinkindern

Fieber bei Babys und Kleinkindern

Richtig messen, richtig reagieren
Auch wenn Fieber im Kindesalter häufig vorkommt, ist für Eltern der fiebernde Nachwuchs jedesmal wieder eine echte Herausforderung. Vor allem bei Babys und Kleinkindern sind Väter und Mütter oft unsicher, was sie bei ansteigenden Temperaturen machen sollen. Deshalb ist es wichtig, gut informiert zu sein: Welche Temperaturen gelten bei Kindern überhaupt als Fieber, wann und wie sollte man Fieber senken und wann muss ein fieberndes Kind dem Arzt vorgestellt werden? Dies und mehr rund um das Thema Fieber bei Babys und Kleinkindern erfahren Sie in unserem Ratgeber.
  • Was ist Fieber überhaupt?

    Fieber ist keine Krankheit, sondern Teil der Gegenmaßnahmen unseres Körpers auf das Eindringen von Krankheitserregern oder andere schädigende Ereignisse (Fieber entsteht z. B. auch bei Krebserkrankungen oder Hormonstörungen). Im Falle einer Infektion wird Fieber durch die körpereigene Abwehr ausgelöst, die über Botenstoffe wie Interleukine und Prostaglandine den Temperatur-Sollwert im Gehirn erhöht. Der Körper glaubt zu frieren und versucht, seine Kerntemperatur zu erhöhen. Er beginnt mit Kältezittern (Schüttelfrost), um durch Muskelaktivität Wärme zu generieren. Gleichzeitig verengt er die Gefäße und reduziert das Schwitzen, um weniger Wärme abzugeben. Durch die erhöhte Körpertemperatur wird nun der gesamte Stoffwechsel aktiviert und der Ablauf biochemischer Reaktionen beschleunigt – was wiederum die Abwehrvorgänge auf Trab bringt.

    Hinweis: Bei Neugeborenen bis zu 28 Tagen ist dieser Mechanismus noch nicht voll ausgeprägt. Sie reagieren deshalb auch bei schweren Infektionen nur mit einem geringen Temperaturanstieg. Alarmzeichen sind bei ihnen eher Apathie, Trinkunlust, Veränderung der Hautfarbe und Berührungsempfindlichkeit.

    Welche Temperaturen sind normal?

    Gesunde Erwachsene haben eine durchschnittliche Körpertemperatur von 36,0 bis 37,2° C, Temperaturen > 37,9°C (rektal gemessen) gelten bei ihnen als Fieber. Die Körpertemperatur gesunder Kinder ist etwas höher, bei ihnen sind 36,5 bis 37,5 °C normal, wobei die Temperatur abends ein halbes Grad höher sein kann als morgens (war das Kind der Sonne ausgesetzt, kann das Thermometer auch ein ganzes Grad klettern). Von Fieber spricht man bei Kindern, wenn die Temperatur über 38,5°C liegt, darunter von subfebrilen Temperaturen. Bei Neugeborenen (bis 4 Wochen alt) gelten Temperaturen über 38,0 °C als Fieber.

    Neben einer erhöhten Temperatur gibt es weitere aussagekräftige Hinweise darauf, ob ein Kind Fieber hat. Typische Anzeichen sind

    • Heißes und gerötetes Gesicht, glasige Augen
    • Teilnahmslosigkeit, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit
    • Husten, Schnupfen, Atemnot
    • Kopf- und Gliederschmerzen
    • Verändertes Schreimuster, Lethargie, Reizbarkeit.

    Hinweis: Nicht jede Temperaturerhöhung ist krankhaft. Beim und nach dem Spielen in der Sonne, bei körperlicher Aktivität und Herumtoben entwickeln Kinder häufig Körpertemperaturen bis leicht über 38°C.

    Fieber messen – aber richtig

    Beim Verdacht auf Fieber ist sofort die Körpertemperatur zu messen. Die genauesten Werte ergibt die rektale Messung, bei der vorsichtig ein Thermometer in den Po des Kindes eingeführt wird. Folgendes Vorgehen wird empfohlen:

    • Das Kind ist nicht überhitzt (vom Herumtoben) und trägt nicht mehr Kleidung als nötig (zu warme Kleidung kann Fieber vortäuschen).
    • Das Kind legt sich entspannt auf die Seite und zieht die Beine an, Babys legt man auf den Rücken.
    • Die Spitze des digitalen Fieberthermometers mit Wasser anfeuchten oder mit etwas Vaseline oder Creme bestreichen.
    • Das Thermometer vorsichtig ein bis zwei Zentimeter in den Po einführen und auf das Messsignal warten.
    • Thermometer herausziehen, ablesen und reinigen.

    Eine weitere Methode ist die Messung der Temperatur mittels Ohrthermometer. Hier ist es wichtig, dass das Gerät korrekt gehalten wird, damit der Infrarotstrahl auch das Trommelfell erreicht. Dafür muss man die Ohrmuschel vorsichtig nach hinten oben ziehen. Zu beachten ist auch, dass Ohrenschmalz und Zugluft die Messwerte verfälschen können.

    Eine weitere Messmethode für kooperative Kinder über 5 Jahren ist die Messung der Temperatur im Mund. Gemessen wird frühestens 10 Minuten nach dem Essen oder Trinken unter der Zunge, das Kind soll während der Messung durch die Nase atmen. Messwerte unter der Zunge sind etwa 0,3 bis 0,5 °C niedriger als im Po gemessene Werte.

    Hinweis: Stirn- und Schläfenthermometer sowie die Messung in der Achselhöhle sind ungenau, man sollte bei Kindern grundsätzlich darauf verzichten.

    Wann zum Arzt?

    Da Kinder im Verlauf des Heranwachsens viele Infektionen durchmachen, treten bei ihnen auch häufiger Temperaturerhöhungen und Fieber auf als bei Erwachsenen. Oft stecken banale Infektionen durch Viren oder Bakterien dahinter, z. B. ein Schnupfen oder ein Magen-Darm-Infekt, die man gut selbst behandeln kann. Zum Arzt gehen bzw. den Kinderarzt anrufen sollte man mit

    • Säuglingen < 3 Monaten bei Temperaturen ab 38,0 °C
    • Babys ab 3 Monaten und Kleinkindern bei Temperaturen ab 39 °C.

    Daneben gibt es weitere Gründe, mit einem fiebernden Kind einen Arzt aufzusuchen:

    • Das Fieber dauert länger als 3 Tage.
    • Das Fieber sinkt trotz fiebersenkender Maßnahmen wie Paracetamol-Zäpfchen nicht.
    • Das Fieber kehrt nach einer kurzen fieberfreien Zeit wieder zurück.
    • Weitere Beschwerden kommen dazu, wie beispielsweise Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Hautausschlag, Nackensteife, erschwerte Atmung.
    • Das Baby schreit anders als sonst und/oder wirkt lethargisch.
    • Das Baby will nicht trinken und reagiert negativ auf Berührungen.
    • Die Eltern sind besorgt und beunruhigt.

    Bei 90 % aller Fieberzustände kann der Arzt durch eine gründliche klinische Untersuchung und eine Untersuchung des Urins die Ursache feststellen und, falls notwendig, eine Therapie einleiten. Selten werden Blutentnahmen, Röntgen oder andere Untersuchungen nötig.

    Ab wann Fieber senken?

    Fieber hat bei Infektionen eine wichtige Aufgabe: Es beschleunigt alle Stoffwechselprozesse und heizt damit auch das Abwehrsystem ordentlich an. Deshalb muss es auch nicht zwingend bekämpft werden – im Gegenteil: Untersuchungen haben ergeben, dass fiebersenkende Mittel oft den Verlauf von Infektionskrankheiten verlängern. Andererseits ist hohes Fieber eindeutig schädlich: Steigt es über 39°C, kommt es über die Aktivierung des Stoffwechsels zu einer vermehrten Belastung von Herz und Kreislauf. Viele Ärzte empfehlen deshalb bei Kindern mit Herz- oder Lungenerkrankungen früher fiebersenkende Medikamente als bei ansonsten gesunden Kindern.

    Doch wann sollen Eltern ihrem Kind ein fiebersenkendes Mittel verabreichen? Unter 40°C gibt es dafür keine generelle Empfehlung. Entscheidend ist neben der gemessenen Temperatur der Allgemeinzustand des Kindes, weshalb Eltern den kleinen Patienten gut beobachten müssen. Ist das Kind munter und trinkt ausreichend, können auch Körpertemperaturen bis 39°C akzeptiert werden. Bei Windelträgern ist regelmäßig zu prüfen, ob die Windeln nass genug werden – das Kleine also genug Flüssigkeit ausscheidet. Auch an trockenen Schleimhäuten, also wenn sich z.B. die Lippen trocken anfühlen und das Kind ein klebriges Gefühl im Mund hat, lässt sich gut erkennen, wenn ein Kind nicht ausreichend mit Flüssigkeit versorgt ist. Im Zweifel ist immer ein Arzt aufzusuchen!

    Allgemein gilt: Je schlechter der Zustand des Kindes ist, desto früher sind bei Temperaturen > 38,5° C fiebersenkende Medikamente oder, wie in den oben genannten Fällen, auch der Gang zum Arzt angebracht. Mit einer Fiebersenkung begonnen werden sollte bei

    • Kindern mit rektalen Temperaturen > 39,5 °C
    • Fiebernden Kindern, die schon einmal einen Fieberkrampf erlebt haben
    • Fiebernden Kindern, deren Allgemeinzustand schlecht ist.

    Hinweis: Fieber nach dem Impfen muss und soll nicht mit fiebersenkenden Mittel behandelt werden, da dies die erwünschte Impfreaktion abschwächt. Wenn Ihr Kind nach dem Impfen Temperaturen >39 °C entwickelt und Sie Zweifel haben, halten Sie Rücksprache mit Ihrem Kinderarzt.

    Fieber senken – aber wie?

    Fieber lässt sich mit Medikamenten oder mit physikalischen Maßnahmen beeinflussen. Als Erstmaßnahmen empfiehlt sich, dass das Kind mit nackten Beinen und Armen herumläuft, und im Bett nur mit einer leichten Decke schläft. Die Heizung etwas herunterzudrehen ist ebenfalls eine sinnvolle Idee — genau wie Speiseeis und kalte Getränke anzubieten. Diese Maßnahmen sind aber nur sinnvoll, wenn das Kind „mitzieht“ - wenn es sich dagegen wehrt, sollte man darauf verzichten. Ansonsten verschaffen eine ganze Reihe von Hausmitteln dem Patienten in der jeweiligen Fieberphase Linderung. Insgesamt gelten folgende Regeln:

    • Viel trinken! Fiebernde Kinder sollen täglich 50 bis 80 ml Wasser oder ungesüßten Tee pro kg Körpergewicht trinken.
    • Wärmflasche und eine zusätzliche Decke helfen bei Schüttelfrost.
    • Wadenwickel und Pulswickel anlegen, wenn das Fieber sinkt und der Körper gekühlt werden soll. Achtung, bei Säuglingen sind nur Pulswickel angebracht.
    • Strikte Bettruhe, gerne auch auf dem Sofa, ist nur einzuhalten, wenn das Kind sich schlapp fühlt. Körperliche Anstrengungen, Sport und Toben sind trotzdem zu vermeiden.

    Hinweis: Damit der Körper nicht zu sehr auskühlt, dürfen Waden- oder Pulswickel nur angelegt werden, wenn Arme und Beine warm sind!

    Fieber mit Medikamenten senken

    Als Medikamente der Wahl gelten bei Kindern Paracetamol und Ibuprofen.

    • Paracetamol (zum Beispiel ben-u-ron®) wirkt gegen Fieber und Schmerzen, indem es die Synthese von Prostaglandinen und die pyrogenen Effekte anderer körpereigener Botenstoffe im Gehirn hemmt. Es wird je nach Alter und Gewicht dosiert, die Tagesgesamtdosis sollte 60 mg/kg Körpergewicht nicht überschreiten. Paracetamol ist auch für Neugeborene zugelassen, in diesen Fällen wird der Arzt die entsprechenden Mengen bestimmen.
    • Ibuprofen (zum Beispiel Nurofen®) wird ebenfalls nach Alter und Gewicht dosiert, hier ist die höchste erlaubte Gesamttagesdosis 30 mg/kg Körpergewicht. Ibuprofen ist für Kinder ab 3 Monaten zugelassen. Für sehr kleine Dosen empfehlen sich Zäpfchen.

    Die fiebersenkenden Arzneimittel stehen als Saft, Zäpfchen, Tabletten, Kapseln oder Schmelztabletten zur Verfügung. Bei der Gabe von Fiebersaft ist Vorsicht geboten, er soll dem sitzenden oder aufrecht gehaltenen Kind langsam in die Wangentasche geträufelt werden, damit es sich nicht verschluckt. Bei Erbrechen oder wenn das Kind lethargisch ist und schlecht schlucken kann, eignen sich Zäpfchen besonders gut.

    Einige Ärzte empfehlen, fiebernden Kindern Paracetamol und Ibuprofen im Wechsel zu geben, um das Fieber so schneller zu senken. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin lehnt dieses Vorgehen ab und rät dazu, nur einen Wirkstoff zu verwenden und außerdem die verabreichten Mengen genau zu notieren. Notieren Sie auch die gemessenen Temperaturen, um eine Fieberkurve zu erstellen. Diese Informationen sind wichtig, wenn Sie mit Ihrem Kind doch den Kinderarzt aufsuchen möchten.

    Hinweis: Acetylsalicylsäure (ASS) darf Kindern und Jugendlichen nicht gegeben werden, da bei ihnen durch ASS das seltene Reye-Syndrom mit Gehirnentzündung und Leberzellnekrose ausgelöst werden kann.

    Quellen: DAZ 2019, Nr. 47, Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin


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Kleine Wunden sicher versorgen

Kleine Wunden sicher versorgen

Geschnitten oder geschürft?
Beim Gemüseschneiden den Finger erwischt, beim Schreibtischaufräumen am Papier geschnitten oder auf der Treppe gestolpert und das Knie aufgeschürft: Kleine Schnitt- oder Schürfwunden sind im Alltag häufig. Zum Glück kommt der Körper mit kleinen Wunden meist selbst gut zurecht. Lesen Sie in unserem Ratgeber, wie man die Haut mit Pflaster, Desinfektionsmittel & Co. bei der Wundheilung unterstützt und was es mit den modernen hydroaktiven Wundauflagen aus der Apotheke auf sich hat.
  • Lieber doch zum Arzt?

    Kleine Schnitt- und Schürwunden sind in der Regel kein Fall für den Arzt – sie lassen sich mit den üblichen Utensilien aus der Hausapotheke meist selbst gut behandeln. In manchen Fällen jedoch sollte man lieber die Finger von der Wunde lassen, diese lediglich mit einer Kompresse steril bedecken und ärztlich Rat einholen, z.B. bei

    • Tiefen und ausgedehnten Wunden
    • Andauernder, nicht stillbarer Blutung
    • Klaffenden Wundrändern
    • Fremdkörpern in der Wunde
    • Gestörter Sensibilität und /oder Bewegung (Verdacht auf Verletzung von Sehnen, Muskeln, Nerven).

    Hinweis: Denken Sie auch bei kleinen Verletzungen an Ihren Tetanusschutz! Liegt die letzte Auffrischung über 10 Jahre zurück, suchen Sie Ihren Arzt auf und lassen Sie sich zur Sicherheit erneut impfen.

    Das macht der Körper

    Wird gesunde Haut verletzt, muss der Organismus die Wunde wieder verschließen. Je nachdem, wie tief der Schaden ist, heilt die Wunde mit oder ohne Narbe ab. Ist nur die Epidermis betroffen und die Basalschicht, also die unterste der insgesamt 5 Epidermisschichten, unversehrt, produzieren die dort ansässigen Basalzellen neue Hautzellen, die den Defekt von unten nach oben auffüllen. Bei dieser Art der Wundheilung („epitheliale Wundheilung“) entstehen keine Narben.

    Reicht der Defekt über die Epidermis bis in die darunter liegende Lederhaut hinein, bildet sich statt richtigen Hautzellen eine bindegewebige Ersatzschicht und es entsteht eine mehr oder weniger große Narbe. Diese Art der Wundheilung („reparative Wundheilung“) läuft in 3 Heilungsphasen ab:

    • In der etwa 3 Tage dauernden Reinigungsphase werden Keime, Fremdkörper und Zelltrümmer aus der Wunde ausgeschwemmt und treten mit Plasma und Abwehrzellen als Wundsekret an die Oberfläche.
    • In der Proliferations- oder Granulationsphase füllt der Organismus den entstandenen Defekt wieder auf. Dafür wandern ab dem 4. Tag nach Verletzung Bindegewebszellen in die Wunde ein und bilden mit Kollagenfasern neues Gewebe. Außerdem sprießen kleine Gefäße ein, die über das Blut Sauerstoff und Nährstoffe an den Ort des Geschehens bringen. Diese Vorgänge laufen besonders gut in einem feuchten Milieu ab. Trocknet die Wunde aus und bildet sich Schorf, ist das heilende Zellwachstum gehemmt.
    • Zwischen dem 5. und 10. Tag nach Verletzung beginnt die Epithelisierungsphase, in der von den unverletzten Rändern der Wunde Epithelzellen in die Wunde einwandern und eine neue „Haut“ auf der Oberfläche bilden. Parallel dazu produzieren die darunter liegenden Bindegewebszellen weiter Kollagen, um die Wunde als Narbe zu verfestigen.

    Was die Heilung stört

    Bei glatten, dicht aneinander liegenden Wundrändern ist die Narbe oft kaum zu erkennen. Sind die Wunden größer oder liegen Wundheilungsstörungen vor, entsteht oft ausgedehntes Narbengewebe. Gestört wird das Heilen einer Wunde durch

    • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, chronisch venöse Insuffizienz oder Durchblutungsstörung wie die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
    • Infektionen der Wunde, eingedrungene Fremdkörper
    • Erkrankungen, die das Immunsystem schwächen (z. B. bei Krebserkrankungen oder Infektionskrankheiten)
    • Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem schwächen, etwa Kortison oder Zytostatika (Krebsmedikamente).

    Hinweis: Suchen Sie bei zu langsamer Heilung oder beim geringsten Zeichen einer Infektion der Wunde (Rötung, Schmerzen, Schwellung) zur Sicherheit Ihren Arzt auf. Das gilt besonders, wenn Sie an oben genannten Stoffwechselerkrankungen leiden oder ein geschwächtes Immunsystem haben.

    Reinigen ist das A und O

    Je sauberer eine Wunde ist, desto schneller und ungestörter kann sie verheilen und desto besser ist das kosmetische Endergebnis. Deshalb müssen sowohl Schnitt- als auch Schürfwunden gereinigt werden. Bei Schnittwunden unterstützt schon das Ausbluten die Wundreinigung, bei Schürfwunden haften dagegen meist kleine Partikel in der Wunde. Die beste Form der Reinigung ist das Ausspülen der Wunde mit steriler physiologischer Kochsalzlösung. Hier ist wichtig zu wissen, dass die Kochsalzlösung nach Anbruch des Behälters nicht mehr steril ist und die Reste deshalb entsorgt werden müssen. Alternative ist steriles Kochsalzlösungsspray, das bei korrekter Verwendung bis Ablauf des Verfalldatums haltbar ist (zum Beispiel Urgo® steriles Kochsalzlösungsspray). Auch fertige Wundspüllösungen sind in der Apotheke erhältlich, zum Beispiel Prontosan® Wound Spray oder Hansaplast® Wundspray antiseptische Wundreinigung, die beide zusätzlich antiseptische, also die Keimbelastung reduzierende Eigenschaften haben.

    Bei akuten Verletzungen ist die ideale Wundspüllösung jedoch nicht immer zur Hand. In solchen Fällen darf auch fließendes, klares, handwarmes Leitungswasser in Trinkwasserqualität zum Säubern einer Wunde verwendet werden. Um keine Keime aus der Rohrleitung in die Wunde zu spülen, sollte das Wasser erst 20 bis 30 Sekunden aus der Leitung fließen, bevor man die Wunde darunter hält. Kleine Steinchen oder Glassplitter, die sich durch das Spülen nicht lösen, lassen sich vorsichtig mit einer sauberen Pinzette entfernen. Bei größeren oder tiefsitzenden Fremdkörpern ist jedoch der Arzt zuständig.

    Hinweis: Auch wenn es ein beruhigendes Ritual bei kleinen Kindern ist: Pusten Sie nicht auf die Wunde! Damit bringen Sie nur Keime aus Ihrem Atem und Speichel in die Wunde und riskieren, dass diese sich entzündet. Zum noch besseren Schutz vor Keimen ist es außerdem sinnvoll, vor der Wundversorgung die eigenen Hände mit einem Hand-Desinfektionsmittel zu desinfizieren.

    Desinfizieren – aber richtig

    Nach dem Reinigen der Wunde sollte diese auch desinfiziert werden. Als Desinfektionsmittel erster Wahl bieten sich für die Selbstversorgung die farblosen Wirkstoffe Octenidin (zum Beispiel Octenisept® Wund-Desinfektion Spray oder Octenilin® Wundgel) und Polihexanid (zum Beispiel Hansaplast® Wundspray oder Hemo Sept Wundspray) an. Beide Wirkstoffe wirken gegen Bakterien und Pilze, Octenidin hat zusätzlich eine (begrenzte) Wirkung gegen Viren. Polihexanid fördert zudem die Wundheilung. Auch Tyrothricin wirkt antibakteriell, es ist vor allem für kleine, oberflächliche Wunden geeignet (zum Beispiel Tyrosur®Wundgel). Desinfektionsmittel sollen gleichmäßig und gründlich auf die gesamte Wunde aufgetragen werden und vor dem Abdecken mit einem Pflaster oder einer Kompresse mindestens 60 Sekunden lang einwirken.

    Hinweis: Obsolet ist die Behandlung von Wunden mit Wasserstoffperoxid, Chlorhexidin, Iodoform, Gentianaviolett und Borsäure. Diese Mittel töten zwar Erreger ab, hemmen aber die Wundheilung.

    Wundabdeckung: Trocken, feucht oder gesprüht?

    Um optimal heilen zu können, benötigt eine Wunde Schutz vor weiterer mechanischer Beeinträchtigung und Krankheitserregern. Für diese „Wundruhe“ sorgen Wundauflagen oder -verbände, die die Wunde abdecken und in trockener oder feuchter Form in zahlreichen Varianten zur Verfügung stehen.

    Trockene Wundabdeckung. Pflaster sind sogenannte Wundschnellverbände, die sich vor allem für Schnittwunden und kleine Schürfwunden eignen. Es gibt sie in vielen Varianten und Formen: steril und unsteril, wasserdicht, besonders hautfreundlich oder besonders klebeintensiv. Für Fingerkuppen eignen sich schmetterlingsförmige Pflaster (zum Beispiel DracoPlast® waterproof Fingerkuppenpflaster oder Gothaplast® Fingerkuppenpflaster), für Verletzungen an den Fingern Spezialpflaster mit einer deutlichen längeren Klebefläche auf einer Seite der Wundauflage (zum Beispiel Curaplast® Fingerverband sensitiv oder DracoPlast® Fingerstrips elastic).

    Speziell für Schnittwunden wurden die als Klammerpflaster bezeichneten Wundverschlussstreifen entwickelt (zum Beispiel Dermaplast® Medical Schnitt- und Platzwunden oder GoTa-Por® Wundnahtstreifen). Sie werden folgendermaßen verwendet:

    • Wunde reinigen
    • Blutung mit steriler Kompresse stillen
    • Haut um die Wunde trocknen
    • Wundrand vorsichtig zusammendrücken
    • Einen oder mehrere Streifen quer zur Wunde aufkleben Wundauflage aufbringen und befestigen.

    Weitere trockene Wundauflagen sind Kompressen, die mit einer Mullbinde fixiert werden. Sie sollten steril sein, um die Wunde nicht unnötig mit Keimen zu belasten. Kompressen bestehen aus Verbandmull (zum Beispiel Gazin® oder DracoFix®) oder Vlies mit Zellstoffkern (zum Beispiel Zetuvit® oder Zemuko®) und müssen mit einer Fixierbinde befestigt werden. Zur Erstversorgung eignen sich Verbandpäckchen, bei denen die Wundauflage schon an der Mullbinde angebracht ist.

    Feuchte Wundversorgung. Vor allem bei größeren oder nässenden Schürfwunden ist eine feuchte, wasserregulierende (sogenannte hydroaktive) Wundauflage hilfreich. Die in diesen Wundauflagen verwendeten Substanzen (Hydrogele, Alginate, Hydrokolloide) bilden ein Gel, das je nach Zusammensetzung Wundsekrete aufsaugt und für ein feuchtes Wundklima sorgt. Letzteres verbessert die Heilung und bewirkt, dass auch die Immunzellen in der Wunde gut arbeiten können. Vorteil der feuchten Wundauflage ist zudem, dass sie nicht mit der Wunde verklebt. Somit ist der Verbandswechsel nicht nur schmerzfrei, beim Abziehen der Auflage wird das neu gebildete Gewebe auch nicht wieder zerstört. Zur Selbstmedikation stehen feuchte Wundauflagen mit Hydrogelen, Hydrokolloiden oder Polyurethan-Gel in Pflasterform zur Verfügung.

    • Hydrogele wie zum Beispiel GoTac® HydroGel Pflaster oder Ratioline® Protect Gelpflaster eignen sich vor allem für trockene Wunden, da sie sehr viel Feuchtigkeit spenden, aber wenig Sekret aufnehmen können. Sie haben einen Kleberand und müssen faltenfrei aufgeklebt werden.
    • Polyurethan-Gel wie zum Beispiels Hansaplast ® Sschnelle Heilung erzeugen ein feuchtes Milieu und sind für wenig nässende Wunden geeignet.
    • Hydrokolloide spenden Flüssigkeit und saugen Sekrete auf, sie eignen sich deshalb sowohl für trockene als auch für nässende Wunden. Beispiele sind Blasen-, Hornhaut- und Herpespflaster sowie Dermaplast® Medical Schürfwunden für Schürfwunden. Hydrokolloidgele bilden mit dem Wundsekret ein gelbliches Sekret, das ähnlich wie Eiter aussieht und riecht, aber kein Eiter ist.

    Sprühpflaster. Für kleine, oberflächliche Schnitt- und Schürfwunden, die nicht bluten oder nässen, ist ein Sprühpflaster gut geeignet. (zum Beispiel Flint® Sprühpflaster oder Urgo® Sprühpflaster). Sie sorgen für einen wasserfesten, flexiblen und atmungsaktiven Schutzfilm, der sich nach Tagen von selbst auflöst und nicht entfernt werden muss. Nachteil des Sprühpflasters ist, das es keinen mechanischen Schutz durch Polsterung vermittelt - Vorteil, dass man auch schwer zugängliche Stellen gut erreicht. 

    Und was ist mit Silber?

    Silber wirkt antibakteriell, weshalb es in der klinischen Versorgung komplizierter Wunden häufig angewendet wird. Inzwischen gibt es auch für die Selbstmedikation Wundauflagen mit Silberionen (zum Beispiel Hansaplast® MED Sensitive Pflaster). Im Falle einer infizierten Wunde sollte Experten zufolge aber nicht einfach ein Silber-Pflaster aufgeklebt, sondern die Wunde unbedingt von einem Arzt begutachtet werden. Der kann dann entscheiden, ob eine Wundauflage mit Silber-Ionen zu empfehlen ist. Bei einfachen Bagatellverletzungen reicht in der Regel eine normale Wunddesinfektion und eine der oben genannten trockenen oder feuchten Wundauflagen aus.

    Quelle: Karin Krämer, DAZ 2018, Nr. 40, S. 36;


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